2. Tag (Samstag)

 

Ich schlafe schlecht und wache dreimal in der Nacht auf. Die Gedanken kreisen um Vergangenes und Zukünftiges. Niemals würde ich dieses Referendariat aufgeben. Dafür habe ich zu viel getan, um an diesem Punkt zu sein. Sicher lief damals nicht alles ganz fair ab, aber sie sollte sich nicht so anstellen. So endet meine Gedankenreise vorerst.

Ich schaue in den Kühlschrank und finde nichts Brauchbares. Deshalb gehe ich zu meinem Lieblingsbäcker um die Ecke, bestelle mir ein belegtes Brötchen und einen großen Kaffee. Es ist 8.00 Uhr und die Sonne prasselt schon wieder auf die Stadt herunter.

Ich liebe diese Tage, an denen nichts ansteht und ich einfach nur da bin. Ich habe keine Verpflichtungen und keine Pläne.

Ich öffne mein Handy und schaue auf WhatsApp. Keine Nachrichten.

Irgendwie habe ich noch immer Hunger und hole mir ein zweites Brötchen, aber eigentlich möchte ich mit der Bedienung im Laden sprechen. Ich erkenne, dass ich einsam bin. So sehr wie selten in meinem Leben.

Ich betäube den Gedanken mit Musik und gehe nach Hause. Es wird immer wärmer und ich bin schon wieder müde.

Ich lege mich hin und wache um 14.00 Uhr auf. Was ist das für ein Tag? Irgendwas hat mich aus der Bahn geworfen. Und natürlich weiß ich was. Es ist sie.

Ich schalte den Computer an und spiele. Es macht keinen wirklichen Spaß, aber es ist auch nicht langweilig. Vor allem betäubt es die Gedanken und das ist gerade wichtig.

Am späten Abend frage ich eher pro forma einige Leute, ob noch jemand Zeit hat. Nach einigen Absagen lege ich mich wieder ins Bett und schlafe ein. Was für ein grausamer Tag.

 

 

 

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